Heimatgemeinschaft Altwilmsdorf e.V.

Dorfansicht Altwilmsdorf um 1930 Die Gemeinde Recke hat 1981 die Patenschaft über die Heimatgemeinschaft Altwilmsdorf übernommen.

Ende des zweiten Weltkrieges, am 8. Mai 1945, wurde Altwilmsdorf in der Grafschaft Glatz, Schlesien, von Russen, anschließend von Polen besetzt. Dieses Gebiet war nach dem Potsdamer Abkommen am 2. August 1945 den Polen  zur Verwaltung überlassen worden. Im März 1946 wurde die Mehrheit der deutschen Bevölkerung aus Altwilmsdorf vertrieben und in Güterwaggons in Richtung West-, Nord- und Süddeutschland verfrachtet. Ein kleiner Teil wurde noch in Altwilmsdorf zur Arbeit verpflichtet und im Oktober 1946 ausgewiesen. Dieser Transport endente in der ehemaligen DDR. So wurde die ehemalige Dorfgemeinschaft auseinandergerissen und verstreut, einige Familien kamen am 22. März nach Recke. In dieser Zeit war der Seelsorger von Altwilmsdorf, Pfarrer Ernst Nentwig ein Stück Heimat für die Entwurzelten.

So trafen sich die ehemaligen Einwohner von Altwilmsdorf jeweils in den Orten, in denen Pfarrer Nentwig tätig war: in Mettingen, in Lengerich, in Gravenhorst und Püsselbüren, wo er als Kaplan und zuletzt als Vikar tätig war. Nach seiner Pensionierung lebte er in Liesborn, auch hier fanden noch zwei Treffen statt. Pfarrer Ernst Nentwig starb am 5. Mai 1970. Einen wesentlichen Anteil am Zusammenhalt der Altwilmsdorfer hatte auch Josef Batzdorfer, der sehr früh die Kontakte zu seiner in Altwilmsdorf lebenden Schwester und somit zur alten Heimat pflegte. Schon 1967 bei der Heimatprimiz von Helmut Kintscher aus Altwilmsdorf in Kloster Oesede, gründeten 90 ehemalige Altwilmsdorfer die Heimatgemeinschaft Altwilmsdorf mit dem Ziel, den Zusammenschluss aller ehemaligen Bürger der Gemeinde Altwilmsdorf zu fördern. Später wurde diese Gemeinschaft auch als „eingetragener Verein“ amtsgerichtlich beurkundet. Besonderen Wert legte und legt die Heimatgemeinschaft Altwilmsdorf auf die Pflege ideeller und  kultureller Güter, einschließlich Sprache, Liedgut und Brauchtum. Die alten Traditionen der Heimat sollen an die junge Generation weitergegeben werden, Urkunden und andere historische Schriften aus dem Bereich der früheren Gemeinde Altwilmsdorf sollen gesammelt und gepflegt werden.

Seit 1971 trafen sich die Altwilmsdorfer in der Gemeinde Recke im Ortsteil Steinbeck, zunächst jährlich, dann im Zwei-Jahres-Rhythmus. Hier gab es genügend Übernachtungsmöglichkeiten und von Treffen zu Treffen wurden die Altwilmsdorfer durch Dia-Vorträge und Besichtigungsfahrten durch die Gemeinde, mit Recke vertraut.

Ratsmitglied Paul Nößler sah die Möglichkeit für die Altwilmsdorfer, in Recke eine kulturelle Heimat zu finden.

Gespräche mit dem Steinbecker Pfarrer August Brüser und Kontakte zu Rat und Verwaltung der Gemeinde Recke führten 1981 zur Übernahme der Patenschaft über die verstreut lebenden Altwilmsdorfer, jetzt 825 km entfernt von Altwilmsdorf. Somit wurde den Mitgliedern der Heimatgemeinschaft Altwilmsdorf die Möglichkeit gegeben, sich an einem zentralen Ort zu treffen, ihr Brauchtum zu pflegen und heimatgeschichtliche Gegenstände aufzubewahren, denn Recke war inzwischen zum Bezugs- und Treffpunkt der ehemaligen Altwilmsdorfer geworden. Im neuen Rathaus Recke wurde der Heimatgemeinschaft Altwilmsdorf die Heimatstube zur Verfügung gestellt, die gemeinsam mit dem Heimatverein und dem Recker BdV genutzt wird.

St-Katharina-Kirche in Altwilmsdorf um 1930In Recke wird auch eine aktuelle Datei mit den verfügbaren Anschriften ehemaliger Altwilmsdorfer geführt. Dies ist ein wichtiges Hilfsmittel für die Vereinsarbeit, um die Kontakte zwischen den ehemaligen Altwilmsdorfern herzustellen, z.B. aus Schulzeit und Nachbarschaft. Ein weiteres Mittel zur Kontaktpflege sind die regelmäßigen Heimattreffen der Altwilmsdorfer, die alle zwei Jahre in Recke-Steinbeck als „Altwilmsdorfer-Kirmes“ durchgeführt werden. In der Steinbecker Pfarrkirche St. Philippus und Jacobus feiert die Heimatgemeinschaft Altwilmsdorf jedes Jahr eine ostdeutsche Heimatmesse und seit 1987 zu den Heimattreffen zusätzlich die „Andacht zu den sieben Schmerzen Mariens“ in verkürzter Form, wie sie früher im Wallfahrtsort Altwilmsdorf gebetet und in Begleitung der Musikkapelle, feierlich gesungen wurde.

Am Friedhof in Recke-Steinbeck wurde eine Eiche aus Altwilmsdorf feierlich eingepflanzt und eine Gedenktafel davor angebracht für die Verstorbenen, Gefallen und Vermissten aus Altwilmsdorf. Zur Tradition geworden sind auch die Fahrten der Heimatgemeinschaft nach Altwilmsdorf und in die Grafschaft Glatz, 1975, 1978 und 1988. Seit 1991 gehören diese Fahrten als „Studienfahrten“ zum ständigen Angebot der Gemeinde Recke in Verbindung mit der VHS. Den Altwilmsdorfern wird dadurch eine gemeinsame Reise in die Heimat angeboten, aber auch die hiesige Bevölkerung kann dadurch die alte Heimat der Altwilmsdorfer kennenlernen. Im Herbst 2003 findet somit bereits die 11. Studienfahrt nach Altwilmsdorf statt.

Von einer dieser Studienfahrten brachten Recker Bürger und Altwilmsdorfer gemeinsam junge Bäume vom „Pfarrpusch“ aus der Grafschaft Glatz mit, und sie wurden mit heimatlichem Wasser für die Reise getränkt und über die Grenzen gebracht. Im Bürgerpark in Recke wurde damit eine „Grafschafter Ecke“ mit Hinweisstein eingerichtet. Wenn man dort vor der Ruhebank auf den Bäumen träumt, sieht man im Geist die Heuscheuer grüßen, wie der erste Blick auf das Gebirge vom Wartha-Pass aus.

Auch die monatlichen Bekanntgabe von Jubiläen und Familiennachrichten im „Grafschafter Boten“, der Heimatzeitung der Vertriebenen aus der Grafschaft Glatz ist eine wichtige Aufgabe und gehört zu den Vereinstätigkeiten.

Altwilmsdorf in der Grafschaft Glatz ist ein sehr alter Ort.

Bereits im Jahre 1300 verlieh der Papst in Rom dieser Kirche besondere Privilegien. Schon vorher wurden dort Gebetserhörungen registriert, die allesamt dem hl. Stuhl übermittelt wurden, bevor ein besonderes Wohlwollen vom Papst und der römisch-katholischen Kirche für Altwilmsdorf eingeleitet wurde. Nach Aussagen aus dem Jahre 1724 wurde 1264 eine neue steinerne Kirche konsekriert, wofür bischöfliche Zeichen damals noch erkennbar waren. Schon vorher (ca. 30 Jahre) stand „im Grund“- im Zentrum von Altwilmsdorf – eine schlichte Kirche, wahrscheinlich aus Holz, bevor die erste Kirche „auf dem Bergl“ errichtet wurde.

Immer war die Wahlfahrtskirche in Altwilmsdorf erstes Ziel bei den Besuchen in der Grafschaft Glatz und oftmals waren die Studienfahrten als Wallfahrten ausgewiesen. Wiederholt wurden Kontakte und Gespräche mit der heutigen Geistlichkeit in Altwilmsdorf durch Paul Nößler, der sich mit dem geschichtlichen Werdegang Altwilmsdorfs vertraut gemacht hatte, und Hedel Batzdorfer als Dolmetscherin, geführt. Diese Hinweise auf das Alter der Kirche und den einstigen Wallfahrtsort hatten den Verantwortlichen die Bedeutung dieser Kirche bewusst gemacht. So wurde am 16. September 2001 die Kirche von Altwilmsdorf durch den jetzigen Papst Johannes Paul II. zum „Internationalen Heiligtum der Gottesmutter der Schmerzen“ erklärt. Die Urkunde hierfür überbrachte an diesem Tag eigens ein Gesandter aus Rom. Auch mehrere Bischöfe waren anwesend, für die Deutschen Prälat und Großdechant Franz Jung aus Münster.

Die Mitglieder der „Heimatgemeinschaft Altwilmsdorf“ nahmen den Auftrag des damaligen Gemeindedirektors Hubert Rammes ernst, der bei der Patenschaft - Übernahme im Oktober 1981 den Satz prägte: „Jetzt gilt es, diese Patenschaft mit Leben zu erfüllen“. Dies gilt sowohl für die Mitglieder, den Vorstand wie auch für Gemeinsamkeit mit der Patengemeinde Recke.

Informationen zur Heimatgemeinschaft Altwilmsdorf

sind erhältlich bei:

Christoph Nößler, Am Zollhaus 31, 49509 Recke, Tel. 05453/1416

Reiseerinnerungen
(Zur Information bitte die nachfolgenden PDF-Dateien anklicken)

PDF   2007 (5218 KB)

PDF   2009 (7708 KB)

PDF   2010 (25143 KB)

Altwilmsdorf bekommt ein Lapidarium

PDF Ein Überblick der Ereignisse der letzten Jahre und Monate (4885 KB)

PDF Das Lapidarium wird gebaut ... (21118 KB)

PDF  Das Lapidarium ist errichtet ... (19884 KB)

PDF  Reisebericht der Studienfahrt 2012 (10865 KB)

 

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